KMU-Kids, die arbeitgeberfinanzierte Kinderbetreuung
Ein innovativer Weg zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeiter/innen an Unternehmen.
Sicherung der Kinderbetreuung als soziale Dienstleistung zukunftsorientierter Arbeitgeber
Zunehmend stehen auch österreichische Klein- und Mittelbetriebe (KMUs) vor dem Problem, dass qualifizierte Arbeitskräfte immer schwieriger zu finden und an die Unternehmen zu binden sind. Diese Tendenz wird sich durch die demographische Entwicklung in den kommenden Jahren massiv verstärken. Im Widerspruch hierzu erfahren junge Frauen bei Bewerbungen oft eine deutliche Ablehnung. Arbeitgeber befürchten, dass mögliche Schwangerschaften und längere Karenzen zur Kinderbetreuung lange Ausfallzeiten zur Folge haben.
Die Betriebliche Altersvorsorge Consulting GmbH, (BAV), Saalfelden, das Hilfswerk Österreich und SOS Kinderdorf haben gemeinsam einen Ansatz entwickelt, der zu einer besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Familie führt. Damit sollen die Interessen der Betriebe und der Eltern bzw. der allein erziehenden Mütter harmonisiert werden. Konkret handelt es sich dabei um ein Modell, bei dem von Seiten des Arbeitgebers im Wege einer Versicherung gewährleistet wird, dass Eltern/Müttern ohne weiteren finanziellen Aufwand eine standortnahe und qualitativ angemessene Kinderbetreuung zur Verfügung steht. Damit hätten die Mütter relativ bald nach der Geburt eines Kindes die Möglichkeit wieder berufstätig zu sein – sofern sie dies wünschen oder es aus anderen Gründen unumgänglich ist. Aus Arbeitgebersicht verringern sich durch ein derartiges Modell die Ausfallzeiten, außerdem zeigt man sich offen und wertschätzend gegenüber den persönlichen Vorstellungen privater Lebensgestaltung.
Die Projektpartner und ihre Aufgaben
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit von vier Partnern getragen:
- Die Betriebliche Altersvorsorge Consulting GmbH, (BAV), Saalfelden, ist Initiatorin des Vorhabens. Im Kontakt mit Kunden - das Unternehmen BAV berät und betreut über 1.200 Betriebe in Österreich - wurde sehr bald klar, dass mehr Frauen dem Arbeitsmarkt zugeführt werden müssen, um dem herrschenden Facharbeitermangel Paroli bieten zu können. Voraussetzung zur Zielerreichung ist die Sicherstellung einer umfassenden und flexiblen Kinderbetreuung. Ziel der BAV ist es, mit diesem Projekt eine für Unternehmer finanzierbare Lösung zu finden.
- Das Hilfswerk Österreich, (Wien), als einer der führenden Anbieter sozialer Dienstleistungen bzw. dessen regionale Geschäftsstellen sind zuständig für die Bereitstellung von Personal, Räumlichkeiten, Einrichtung und Equipment (z.B. Spielzeug etc.) sowie den laufenden Betrieb.
- SOS Kinderdorf als weltweit tätige und hoch geschätzte Entwicklungsorganisation für die Belange von Kindern begleitet das Projekt in erster Linie als Know-how-Geber und Garant für die Einhaltung moderner pädagogischer Standards im Rahmen der Kinderbetreuung.
- Die KMU-Plattform GmbH dient als Drehscheibe und nützt ihr breites Netzwerk.
Projektziele
Das Projekt „KMU-Kids“ zielt in erster Linie darauf ab,
- Müttern (und Vätern) den Zugang zu erreichbaren, finanziell erschwinglichen und qualitätvollen Kinderbetreuungseinrichtungen sicherzustellen und ihnen damit die bessere Vereinbarkeit beruflicher und privater Interessen zu ermöglichen,
- vor allem kleinen und mittleren Unternehmen das „Ausfallrisiko“ qualifizierter Mitarbeiterinnen aufgrund von Schwangerschaften und längeren Kinderbetreuungsphasen durch Auslagerung des finanziellen Risikos bewältigen zu helfen,
- Unternehmen bei dem Bemühen zu unterstützen, sich als familienfreundliche Arbeitgeber zu positionieren, die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und auf diese Weise die Loyalität und die Bindung gegenüber dem Arbeitgeber zu verstärken.
- insbesondere den Frauen die Entscheidung für eine raschere Wiederaufnahme der Berufstätigkeit nach der Geburt oder für eine längere Phase der Kinderbetreuung zu Hause zumindest strukturell überhaupt zu ermöglichen.
Überdies bewirkt das Projekt,
- dass Frauen durch längere Abwesenheit vom Arbeitsplatz keine Qualifikationsverluste erleiden und ihre relative Unabhängigkeit und ihr Selbstwertgefühl gestärkt werden,
- dass vermehrt Arbeitsplätze vor allem für Frauen / Wiedereinsteigerinnen im Bereich der Kinderbetreuung geschaffen werden,
- dass Kinder qualitätsvoll in soziale Netze eingebunden werden. Dies ist vor allem dort wichtig, wo keine familiären Betreuungsmöglichkeiten gegeben sind,
- dass Frauen am Arbeitsmarkt mehr Chancengleichheit erhalten und für Eltern grundsätzlich Familie und Beruf besser vereinbar sind,
- dass vorhandene, aber oft zu knappe staatliche Betreuungsangebote wesentlich erweitert werden und
- dass mit dem angestrebten Beitrag zur Infrastrukturverbesserung auch regionalpolitische Effekte (z.B. Betriebsansiedlungen) erzielt werden.
Umfrage zum Thema arbeitgeberfinanzierte Kinderbetreuung
Das Institut für Organisation und Lernen an der Universität Innsbruck führt im Auftrag der "Betriebliche Altersvorsorge GmbH", (BAV), eine österreichweite Studie zu Möglichkeiten und Rahmenbedingungen arbeitgeberfinanzierter Kinderbetreuung durch. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Projekt der BAV in Zusammenarbeit mit der KMU-Plattform GmbH (eine Tochtergesellschaft der BAV), dem Hilfswerk Österreich und dem SOS Kinderdorf. Die Befragung zielt darauf ab, die Vereinbarkeit von Familienleben und Berufstätigkeit im Bereich von Klein- und Mittelbetrieben zu verbessern.
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